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11.02.2020, 20:59 Uhr

CDU Langenfeld stellt Antrag auf Erlass einer Resolution zum geplannten RRX-Ausbau

Die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Langenfeld stellt für die nächste Ratssitzung einen Antrag auf Erlass einer Resolution durch den Rat der Stadt Langenfeld zum geplanten Ausbau der RRX-Strecke. 

R E S O L U T I O N

 Der Rat der Stadt Langenfeld fordert die Deutsche Bahn auf, die aktuell bekannten Planungen zum RRX-Ausbau dahingehend anzupassen, dass 
 - ein Schienenersatzverkehr zum Einsatz kommt, der die tatsächliche Zahl der S-BahnFahrgäste aufzunehmen im Stande ist; 
 
 - die Bauplanung so angepasst wird, dass der Schienenersatzverkehr möglichst kleine Fahrstrecken ausgleicht, um eine Verdreifachung der Fahrzeit zu verhindern; 
 
 - der zwischen Juli 2022 und August 2023 vorgesehene, 14-monatige Bauabschnitt keinen dauerhaften Ausfall der S6 beinhaltet, sondern die Ausfallzeiten so weit wie machbar in die Ferien und an die Wochenenden verlegt werden und alle planerischen Maßnahmen ergriffen werden, um die S6 immer wieder mindestens abschnittsweise fahren zu lassen.  Dabei sind alle Zeitfenster bis zur geplanten Fertigstellung 2024 auszuschöpfen. 
 
 - die Stadt Langenfeld frühzeitig in die Planung einzubeziehen, um eine an den Nutzerinnen und Nutzern des ÖPNV ausgerichtete, sinnvolle Lösung des Schienenersatzverkehrs zu realisieren  
 
Begründung: 
 Der Rhein-Ruhr-Express (RRX) wird als zusätzliche Schnellverbindung in NRW mit einem Fertigstellungsfenster bis zur Fußball-Europameisterschaft in Deutschland im Jahr 2024 auch durch Langenfeld fahren. Dafür wird auf dem Abschnitt zwischen Köln-Mülheim und Düsseldorf-Benrath eine vollständige Erweiterung auf vier Gleise vorgenommen, also auch komplett auf Langenfelder Stadtgebiet. 
 
 Vor wenigen Tagen hat die Deutsche Bahn angekündigt, erste vorbereitende Maßnahmen bereits in den Osterferien zu beginnen. Dies führt zunächst in den Osterferien zwischen dem 04. und 09. 04. 2020 zwischen Köln-Mülheim und Langenfeld sowie zwischen dem 10. und dem 19. 04. 2020 zwischen Köln-Mülheim und Düsseldorf Hauptbahnhof zum Ausfall der stark genutzten S-Bahn-Linie S6. Laut Ankündigung der Bahn ist ferner auch in den Sommer- und den Herbstferien sowie an weiteren Wochenenden mit Ausfällen der S6 zu rechnen. 

 Noch einschneidender wird die von der Deutschen Bahn angekündigte Stilllegung der Linie S6 für einen Zeitraum von unzumutbaren 14 Monaten zwischen Juli 2022 und August 2023. Ein für uns nicht zu akzeptierender Einschnitt in den ÖPNV, der unsere Stadt für mehr als ein Jahr quasi komplett von der direkten S-Bahn-Anbindung in die Metropolen Köln und Düsseldorf abschneidet. 
 
 Der durch die Bahn auf den Weg gebrachte sogenannte Schienenersatzverkehr mit eigens eingerichteten Buslinien soll nach Angaben der Bahn die ausfallende S6 ersetzen. Dafür wird nach aktuellem Stand ein Gelenkbus eingesetzt, der anstatt der 18-minütigen S-BahnFahrtzeit zwischen den Stationen Langenfeld Rhld. und Köln-Mülheim 48 Minuten, also die fast dreifache Zeit benötigen wird. 
 
 Dem Rat der Stadt Langenfeld ist bewusst, welche Bedeutung das Verkehrsprojekt RRX für das Land Nordrhein-Westfalen hat, nicht nur im Kontext mit dem Zeitfenster bis zur FußballEuropameisterschaft, sondern auch mit Blick auf die Stärkung des Wirtschaftsstandortes NRW. 
 
 Aus unserer Sicht kann und darf aber ein solches Projekt nicht auf den Schultern vieler tausend Pendler und Arbeitnehmer sowie vieler Hundert Unternehmen lasten, die mehr als ein Jahr von einer bedarfsgerechten und nutzerfreundlichen ÖPNV-Anbindung gänzlich abgeschnitten werden. Für die Dauer der Baumaßnahme müssen zweckmäßige Alternativen zum Ausfall der S6 angeboten werden. 
 
 Mit dieser Resolution möchte der Rat der Stadt Langenfeld frühzeitig eine Planung und vor allem eine entsprechend bürgerfreundliche Umsetzung auf den Weg bringen, die mehrere 100.000 Menschen im Einzugsgebiet der betroffenen ÖPNV-Anbindungspunkte weiter adäquat versorgen und nicht unzumutbar belasten. 
 
 Auch aus klima- und umweltpolitischen Gründen ist zu bedenken, dass bei der aktuellen Planungslage eine überproportionale Steigerung des PKW-Individualverkehrs zu erwarten ist und wirksame Alternativen gefunden werden müssen.